Ninja-Frühstück im Suicide Sue

Nirgendwo frühstücke ich öfter und lieber als im Suicide Sue im Prenzl’berg. Das Café steht unter der Herrschaft von Sue, einer ex-Ninja-Kriegerin. Statt Köpfe von Hälsen zu trennen, schneidet die scharfe Klinge ihres Schwertes nurmehr noch in die harte Kruste frischen Brotes. Statt schnellen Tod bringt sie Waffeln im Kerzenschein. Welch würdigeren Auftakt gäbe es für die zenzone-Reihe?

Bildschirmfoto 2017-10-23 um 02.24.25

 

Tatsächlich wirkt das Café alles andere als blutrünstig. Vor der Tür weht dichter Bambus. Drinnen ist es urig-gemütlich. Vintage-Möbel stehen gekonnt zusammengewürfelt neben einem funktionstüchtigen gusseisernen Kamin. Der Holzfußboden schimmert charmant weiß gestrichen. In der Ecke liegt ein großes Hunde-Sitzkissen. Manchmal auch ein Hund. Ich seufze beim Eintreten jedes Mal vor Glück auf.

Das Essen schmeckt seit Jahren unverändert göttlich. Das schafft kaum ein Café. Und noch seltener noch, mich jedes Mal zur exakt gleichen Bestellung zu verleiten: Große Stulle mit drei hausgemachten Pasten. Äh, nein, am besten gleich zweimal von der Avocado-Chili. Ich weiß nicht, welche geheimen Zutaten Sue da reinmischt. Will ich auch nicht wissen, den Zauber nicht entzaubern. Aber jedes Mal schmilzt die Crème auf dem wunderbar frischen, saftigen Brot dahin.

Und so banal es klingt, meine zweitliebste Bestellung ist das Rührei. Im Ernst. Es wird mit Liebe von einer Ninja-Mitstreiterin in einer winzigen Pfanne zubereitet und dann mit einem Lächeln rausgetragen. Ich erfreue mich an diesem Ritual jedes Mal genauso wie an dem Rührei selbst. Nicht zu vergessen das herzerwärmend-rustikale Holzbrettchen, auf denen die unabdingbare backfrische Stulle zum Ei ruht.

Viel anderes von der Karte habe ich noch nicht ausprobiert. Wie gesagt, ich bestell immer das gleiche. Aber Freunde mit einem süßeren Zahn als ich sagen mir, dass die Pancakes auch phantastisch sein sollen. Ich glaub’s sofort.

Es ist ein Ort, an dem ich immer länger bleibe als gedacht. Ich verlier mich in den Büchern, die einladend in den Regalen stehen, lausche der leisen Geschäftigkeit in der Küche oder bewundere schlicht die Astern, die draußen auf den Tischen knallorange in der Sonne leuchten.

Selbst das Klo, ähm, ist ein Erlebnis. Wer erledigt das Nötigste nicht gern im Kerzenschein und mit duftender Handseife? Die Benutzung der Klobürste ist sogar kostenlos.

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zz

Suicide Sue

www.suicidesue.com


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